Die Kahans aus Baku. Eine Familienbiographie

5. Dezember 2018, 19 Uhr

Vortrag und Buchpräsentation mit der Autorin Dr. Verena Dohrn

Die Geschicke der Kahans spiegeln ein dramatisches Jahrhundert europäischer Geschichte aus dem Blickpunkt einer jüdischen Unternehmerfamilie. In Konkurrenz zu Nobel, in Kooperation mit Rothschild machte Chaim Kahan (1850-1916), der aus einem polnisch-litauischen Stetl stammte, sein Vermögen auf den Ölfeldern von Baku. Doch der Erste Weltkrieg zerriss die Familie, und die Herrschaft der Bolschewiki zerstörte das Milieu, das ihm zu Wohlstand verholfen hatte. In diesen unbeständigen Zeiten erbten die sieben Kinder seine Unternehmen. Sie flohen nach Berlin, gründeten erneut Fimen, wurden ein global player im Ölgeschäft, konterkarierten damit das Stereotyp vom armen Ostjuden. Sie betrieben Tankstellennetze und bewiesen Unternehmergeist in einer innovativen Branche von strategischer Bedeutung. Dazu waren sie philanthropisch tätig, halfen Flüchtlingen, retteten Verlage, engagierten sich für die jüdische Heimstatt in Palästina. Als die Nazis an die Macht kamen, floh die Familie, die transnational gut vernetzt war, noch einmal – von Berlin nach Paris, von Paris nach Tel Aviv und New York. Abermals bewährten sich Traditionsbewusstsein und Familiensinn.

Verena Dohrn erzählt die Geschichte der Kahans basierend auf Quellen aus privaten und staatlichen Archiven aus 14 Ländern, insbesondere aber anhand des Familienarchivs, das aus einigen tausend Dokumenten besteht.

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